Newsletter-Software
Vergleich Cleverreach und Brevo
In diesem Artikel vergleiche ich die beiden deutschen Newsletter-Tools Cleverreach und Brevo (vorm. Sendinblue).
Warum die Entscheidung schwierig sein kann, habe ich hier zusammengeschrieben. Vielleicht hilft es dir, dein perfektes Tool zu finden.
Dieser Artikel gibt meine persönlichen Erfahrungen mit einzelnen Newsletter-Tools wieder und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn du eine Frage zu deiner speziellen Situation hast, kannst du mich gerne kontaktieren!
Diese Tools standen zur Auswahl
Am liebsten sind mir generell europäische Produkte – auch aus datenschutzrechtlichen Gründen. Aber natürlich sind auch Features und Preis ausschlaggebend. Zum Preis gehört für mich auch “Wieviele Nerven lasse ich bei der Arbeit mit dem Tool liegen”. Ich zahle also lieber ein bisschen mehr, wenn ich dafür entspannt arbeiten kann.
Bei meiner mittlerweile jahrelangen Suche habe ich mehrere Tools ausprobiert:
- Mailchimp:
Geht leider gar nicht für mich. Amerikanisches Unternehmen, keinerlei deutsche Übersetzungen und nicht intuitiv zu handhaben. Auch viele KundInnen berichten mir davon, dass sie mit der Handhabung nicht zurechtkommen. Zu Mailchimp - Getresponse:
Ich arbeite für eine Kundin manchmal mit Getresponse und konnte mich nie damit anfreunden. Kann viel, ist aber unlogisch aufgebaut und schwer zu bedienen. Zu GetResponse - MailerLite:
Polnisches/europäisches Produkt, vernünftige Preise, gute Features, kostenlose Testmöglichkeit. Kann sich als Alternative durchaus sehen lassen. Zu MailerLite - KlickTipp:
Europäisches Produkt und angeblich für Online-Business und Funnels sehr gut. Allerdings sehr hochpreisig, keine kostenlose Testversion und die optische Gestaltung der Formulare lässt mehr als zu wünschen übrig. Zu KlickTipp - Cleverreach:
Deutsches Produkt, vernünftige Preise, gute Features…kommt in die engere Wahl. - Brevo (hieß früher Newsletter2Go und dann SendinBlue)
Deutsches/europäisches Produkt, vernünftige Preise, gute Features…kommt in die engere Wahl
Die Anforderungen
Natürlich kann man einfach losstarten mit einem Tool und dann weiterschauen, ob’s passt.
Ich will und muss an die Sache aber anders herangehen, nämlich indem ich mir zuerst überlege, was das Ding “wirklich” können muss.
Also nicht nur so allgemein, sondern im Detail.
Hier ein paar Ideen, was du dir vorab überlegen solltest:
- Wieviele E-Mail-Adressen habe ich bereits bzw. möchte ich verwalten?
Das ist deshalb wichtig, weil manche Anbieter nach der Anzahl der gespeicherten Kundenkontakte abrechnen und andere nach der Anzahl der versendeten Mails. Das geht recht schnell ins Geld – je nachdem wie deine individuelle Situation ist. - Wie oft und an wieviele Personen schicke ich E-Mails?
- Möchte ich Automatisierung nutzen (nützlich für Freebies, Online-Kurse via Mail, Willkommensmails, etc.)
- Wie werden die Formulare auf die Webseite integriert? Gibt es ein Plugin für mein CMS (in meinem Fall: WordPress)?
- Wie komme ich mit dem Editor zurecht? Da hilft nur: Ausprobieren!
- Wieviele verschiedene Projekte/Themen möchte ich damit bearbeiten?
Braucht man Automatisierung im E-Mail-Marketing?
Meiner Meinung nach ganz klar: JA!
Automatisierung spart dir Arbeit und macht erst den wirklichen Mehrwert von E-Mail-Marketing-Software aus.
Einige Beispiele:
- Willkommensnachrichten werden verschickt, nachdem sich jemand in deinen Newsletter eingetragen hat.
- Diese Willkommensnachrichten kannst du zur Versendung von Freebies verwenden.
- Online-Kurse, die via Mail ablaufen, können zu bestimmten Zeitpunkten automatisch verschickt werden.
- Geburtstagsmails (falls man das mag…)
Cleverreach und Brevo im Vergleich
Die Kosten
Vorweg: Die Preisgestaltung ist unterschiedlich – aber beide sind günstig und kostenlos testbar.
Das finde ich sehr wichtig, denn erst in der täglichen Arbeit kann man entscheiden, ob man sich damit wohlfühlt.
Cleverreach kann jedoch nur bis 250 Empfänger kostenlos getestet werden – und dies leider nicht vollinhaltlich.
Brevo dagegen kann mit allen Features kostenlos verwendet werden – dies umfasst auch die Automatisierung. Die einzige Beschränkung liegt im Versandlimit von 300 Mails pro Tag.
Die aktuellen Preise findest du hier für Cleverreach und Brevo.
Wie oft verschickst du Mails?
Wenn du regelmäßig (monatlich) und mittels Automatisierung Mails verschickst, dann wird ein monatlicher/jährlicher Vertrag die stressfreiere Version für dich sein.
Wenn du aber nur 3x im Jahr Mails verschickst, dann ist es vielleicht besser, kein Abo abzuschließen, sondern nur die Mails zu bezahlen, die du verschickst. Diese Möglichkeit gibt es bei beiden Anbietern.
Menüführung und Mail-Editor
Brevo hat eine sehr aufgeräumte Menüführung, die für Einsteiger sicher leichter zu verstehen ist als jene von Cleverreach.
Bis vor kurzem war der Mail-Editor von Cleverreach sehr gewöhnungsbedürftig. Mittlerweile hat Cleverreach allerdings hier nachgezogen und das Design nicht nur modernisiert, sondern auch vereinfacht.
Die Unterschiede sind nun nicht mehr so groß.
Kontaktverwaltung und Double-Opt-In
Hier sind die beiden Tools grundlegend verschieden.
Da bei Cleverreach nach angelegten Kontakten abgerechnet wird, muss man hier darauf achten, keine doppelten Daten im System zu haben. Daher wird hier mit Kundensegmenten gearbeitet.
Bei Brevo dagegen ist die Zahl der Kontakte unbegrenzt (es wird nach versendeten Mails abgerechnet) und hier arbeitet man eher mit getrennten Listen (für Freebies, etc.)
Und noch ein Punkt spricht klar für Brevo: Hier hast du die Möglichkeit zu entscheiden, ob ein Double-Opt-In Verfahren ausgelöst wird oder nicht (je Formular kannst du das getrennt einstellen).
Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich ist das Double-Opt-In-Verfahren durchzuführen – bei neuen Kontakten.
Wenn ich aber meiner bestehenden Mailliste ein Freebie anbiete, dann ist es nicht nötig, meine Kunden mit dem DOI zu “nerven” – sie sind ja eh schon in meiner Liste.
Zudem muss man sagen, dass die rechtliche Grundlage in Österreich ein wenig lockerer ist als in Deutschland…
Integration in WordPress
Der einfachste Weg ist es, den HTML Code des Formulars in die Webseite einzubauen. Wer mehr Features will oder sich damit nicht wohl fühlt, kann aber auch auf Plugins zurückgreifen.
Für beide Tools gibt es eigene Plugins für WordPress und auch welche mit einer Anbindung (wie z.B. NinjaForms oder FluentForms).
Ich verwende für Brevo das Plugin aus dem WordPress-Verzeichnis und bin recht zufrieden damit.
Wenn du schon eine Webseite und eventuell auch ein Kontakt- oder Marketing-Plugin verwendest, dann erkundige dich vorher, welche Integrationen es gibt.
Cleverreach:
+ super-einfache Automatisierungsmöglichkeiten
+ bis 250 Empfänger und 1.000 Mails pro Monat kostenlos nutzbar
– Ich komme mit dem Formulareditor nicht gut zurecht
– nicht so gut geeignet, wenn man mehrere unterschiedliche Projekte bedienen möchte
– Double-Opt-In nicht ausschaltbar
Brevo:
+ gut funktionierender Editor
+ keine Empfänger-Begrenzung
+ kostenlos bis 300 Mails pro Tag
+ einfache Menüführung für Einsteiger
+ zuschaltbare Erweiterungen
+ sehr leistungsfähig mit vielen Funktionen, deshalb fürs Online-Business besser geeignet
Die wichtigsten Entscheidungskriterien
Wenn du immer noch unschlüssig bist dann lautet meine Empfehlung:
- Leg dir bei beiden Anbietern ein gratis Konto an und klick mal 15 Minuten herum (nicht länger!!)
Wie fühlt sich das an? Wo fühlst du dich wohler, wo kommst du intuitiv besser zurecht?
Wenn du dann noch weiter testen willst:
- Überleg dir einen Use-Case, z.B. “Ich möchte ein Freebie verschicken.”
- Leg dich selbst als Empfänger an.
- Leg ein Mailing an (mit Überschriften, Texten, Buttons, etc.) und verschick es.
Jetzt kannst du noch tiefer einsteigen:
- Leg ein Formular an.
- Binde das Formular in deine Webseite ein.
- Bist du zufrieden?
Meiner Meinung nach ist eines der wichtigsten Entscheidungskriterien, wie du mit dem Mail-Editor zurecht kommst, denn mit diesem arbeitet man am häufigsten. Viele andere Arbeiten (Formulare erstellen, in die Webseite einbinden, etc.) macht man so selten, dass die Usability hier mehr oder weniger egal ist.
Der zweite entscheidende Faktor sind die Kosten, da beide Tools hier recht unterschiedlich abrechnen. Wenn du viele Kontakte hast (oder haben wirst), dann wird Cleverreach recht schnell recht teuer – auch wenn du nur selten Mails verschickst.
Wie so oft im Leben gilt auch hier: Drum prüfe, wer sich ewig bindet…der Umstieg von einem (gewohnten) Tool auf ein anderes ist nämlich richtig viel Arbeit…
Hi, ich bin Astrid.
Ich bin spezialisiert auf WordPress und Divi und helfe dir, die DSGVO mit Hausverstand umzusetzen.
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Liebe Astrid,
das war wirklich ein super hilfreicher Vergleich für mich!
Herzlichen Dank für deine Arbeit und dass du deine Erfahrungen hier geteilt hast.
Liebe Grüße
Anja
Sehr gerne! Schön wenn’s hilft!
Und was ist es jetzt am Ende geworden xD Vermute mal Brevo.
Guck mir gerade nach Jahren auch mal wieder cleverreach an und der Editor ist irgendwie von Vorgestern. Eigene Vorlagen ohne HTML zu erstellen geht schon mal nur wenn man auf eine vorgegebene Vorlage aufbaut. Früher hab ich Templates manuell via HTML gebaut. Geht auch immer noch. Durch andere Erfahrungen erachte ich das aber schlicht nicht mehr als zeitgemäß und zu aufwendig.
Werde mir jetzt auch mal Brevo angucken.
Hallo,
ich arbeite derzeit mit Cleverreach und Brevo (in verschiedenen Projekten).
Aber Brevo ist in jeder Hinsicht unschlagbar – hier passt echt alles: Preis-Leistung, Bedienung, Funktionsumfang, DSGVO, etc.
Unbedingt ausprobieren!